Sind Ethereum Wetten in der Schweiz legal? Geldspielgesetz und Regulierung erklärt

Vor ein paar Monaten hat mich ein Bekannter gefragt, ob er „Ärger bekommen“ könne, wenn er mit Ethereum bei einem ausländischen Wettanbieter wettet. Die Frage klingt simpel, die Antwort ist es nicht. Denn die Schweiz hat ein Geldspielgesetz, das Sportwetten klar reguliert, aber Kryptowährungen als Zahlungsmittel nicht explizit erwähnt. Das Ergebnis ist eine rechtliche Grauzone, in der sich Hunderttausende Schweizer bewegen, ohne genau zu wissen, wo sie stehen.
Das Geldspielgesetz — das Bundesgesetz über Geldspiele, kurz BGS — trat am 1. Januar 2019 in Kraft. Sein Kernprinzip: Nur Anbieter mit einer Schweizer Konzession dürfen in der Schweiz Geldspiele anbieten. Für Sportwetten bedeutet das konkret, dass nur Swisslos und Loterie Romande lizenziert sind. Kein ausländischer Anbieter hat eine Schweizer Lizenz, und kein Schweizer Anbieter akzeptiert Ethereum.
Wer also mit ETH auf Sportereignisse wetten will, bewegt sich automatisch im Bereich der Offshore-Anbieter. Das ist keine Seltenheit: Der nicht-lizenzierte Markt macht rund 40 Prozent des gesamten Schweizer Glücksspielmarkts aus. Aber ist es legal? Die kurze Antwort: Für den Spieler ja, für den Anbieter nein. Die längere Antwort erfordert einen Blick auf das BGS, die Aufsichtsbehörden, DNS-Sperren und die europäische MiCA-Regulierung.
Ich bin kein Jurist, und dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Aber ich habe mich durch die relevanten Gesetzestexte, Behördenpublikationen und Branchenstudien gearbeitet und fasse hier zusammen, was ich als informierter Praktiker verstanden habe. Die Quellenlage ist solider, als man bei diesem Thema erwarten würde — die Regulatoren publizieren mehr, als die meisten Wettenden je lesen.
Ladevorgang...
- Das Geldspielgesetz (BGS) und seine Bedeutung für Krypto-Wetten
- GESPA und ESBK: Wer reguliert Sportwetten in der Schweiz?
- DNS-Sperren und der Zugang zu Offshore-Anbietern
- Der Graumarkt: 40 Prozent der Schweizer Wetteinsätze ausserhalb der Regulierung
- MiCA-Regulierung in der EU und Auswirkungen auf die Schweiz
- Wie sich die rechtliche Lage auf deine ETH-Wetten auswirkt
Das Geldspielgesetz (BGS) und seine Bedeutung für Krypto-Wetten
Ich habe das Geldspielgesetz tatsächlich gelesen — alle 143 Artikel. Nicht weil ich es geniesse, juristische Texte zu studieren, sondern weil ich wissen wollte, was dort wirklich steht, und nicht nur, was Foren und Blogbeiträge darüber behaupten. Die Überraschung: Das Gesetz ist präziser und gleichzeitig unvollständiger, als die meisten annehmen.
Das BGS unterscheidet zwischen Grossspielen (Lotterien, Sportwetten, Geschicklichkeitsspiele) und Spielbankenspiel (Casino). Sportwetten fallen unter Grossspiele und dürfen nur von interkantonalen oder kantonal lizenzierten Veranstaltern durchgeführt werden. In der Deutschschweiz ist das Swisslos mit dem Produkt Sporttip, in der Romandie Loterie Romande mit Jouez Sport. Diese beiden sind die einzigen Anbieter, die in der Schweiz legal Sportwetten anbieten dürfen.
Das Gesetz richtet sich primär gegen die Anbieter, nicht gegen die Spieler. Artikel 130 BGS stellt das Veranstalten nicht bewilligter Geldspiele unter Strafe, aber die Teilnahme an nicht lizenzierten Spielen wird nicht sanktioniert. Das bedeutet: Wer bei einem Offshore-Wettanbieter wettet, macht sich nach dem BGS nicht strafbar. Der Anbieter hingegen verstösst gegen Schweizer Recht, auch wenn er im Ausland sitzt.
Kryptowährungen werden im BGS nicht erwähnt. Das Gesetz spricht von „Geld oder geldwerten Vorteilen“, und Ethereum fällt unter diese Definition. Es gibt keine Sonderregelung für Krypto-Zahlungen, keine Ausnahme und keine spezifische Verschärfung. Das BGS behandelt eine ETH-Einzahlung grundsätzlich gleich wie eine Banküberweisung oder eine Kreditkartenzahlung — die Zahlungsmethode ändert nichts an der Rechtslage des Spiels selbst.
Was das BGS allerdings eingeführt hat, sind Sperren für ausländische Anbieter. Seit 2019 können die Aufsichtsbehörden Internet-Service-Provider anweisen, den Zugang zu bestimmten ausländischen Glücksspielseiten zu blockieren. Das ist ein Novum für die Schweiz und war politisch umstritten. In der Volksabstimmung 2018 wurde das Gesetz mit 73 Prozent Ja-Stimmen angenommen, aber die DNS-Sperren bleiben ein Diskussionspunkt, weil sie leicht umgehbar sind und einen Eingriff in die Internetfreiheit darstellen.
Das Referendum gegen das BGS wurde damals hauptsächlich von der Piratenpartei und den Jungfreisinnigen getragen, die Internet-Sperren als Zensurinstrument betrachteten. Ihr Argument: Heute sperrt man Glücksspielseiten, morgen politische Inhalte. Die Mehrheit der Stimmbevölkerung folgte dieser Logik nicht, aber die Debatte hat einen wichtigen Grundsatz untermauert — DNS-Sperren sind ein regulatorisches Werkzeug, kein strafrechtliches. Sie signalisieren Missbilligung, aber sie kriminalisieren den Nutzer nicht.
Ein Aspekt, der in der öffentlichen Diskussion oft untergeht: Das BGS verbietet nicht die Nutzung von Kryptowährungen für Glücksspiele per se. Es verbietet das Anbieten nicht lizenzierter Geldspiele in der Schweiz. Wenn morgen ein Schweizer Anbieter eine Krypto-Zahlungsoption einführen würde und eine entsprechende Lizenz hätte, wäre das vollkommen legal. Das Problem liegt nicht bei Ethereum, sondern bei der fehlenden Bereitschaft oder Fähigkeit der lizenzierten Anbieter, Krypto zu integrieren.
Das BGS enthält auch umfangreiche Bestimmungen zum Spielerschutz. Lizenzierte Anbieter müssen Massnahmen gegen Spielsucht umsetzen, Selbstsperren ermöglichen und Einsatzlimits anbieten. Bei Offshore-Anbietern — ob mit oder ohne Krypto — fehlt dieser institutionelle Schutzrahmen. Einige seriöse Offshore-Plattformen bieten freiwillig ähnliche Tools an, aber es gibt keine Schweizer Behörde, die deren Einhaltung überprüft. Das ist der eigentliche Risikopunkt für ETH-Wetter, nicht die strafrechtliche Frage.
GESPA und ESBK: Wer reguliert Sportwetten in der Schweiz?
Zwei Behörden teilen sich die Aufsicht über das Schweizer Glücksspiel, und ihre Zuständigkeiten zu verwechseln ist ein Fehler, den selbst Brancheninsider machen. Ich habe eine Weile gebraucht, um den Unterschied zu verinnerlichen, aber er ist relevant, wenn du verstehen willst, wer dir als ETH-Wetter überhaupt auf die Finger schauen könnte.
Die ESBK — die Eidgenössische Spielbankenkommission — beaufsichtigt die Spielbanken, also Casinos und Online-Casinos mit einer eidgenössischen Konzession. Sie reguliert das Spielbankenspiel, nicht die Sportwetten. Die GESPA — die interkantonale Geldspielaufsicht — ist für Lotterien, Sportwetten und Geschicklichkeitsspiele zuständig. Bei Ethereum-Sportwetten ist also die GESPA die relevante Behörde, nicht die ESBK.
Beide Behörden führen gemeinsam eine Sperrliste, auf der ausländische Glücksspielanbieter stehen, die in der Schweiz nicht zugelassen sind. Diese Liste umfasst über 100 Domains und wird regelmässig aktualisiert. Die GESPA hat im Jahr 2025 zusätzlich Testkäufe durchgeführt, bei denen Minderjährige versuchten, in stationären Sportwettenbüros Wetten abzuschliessen. Die Ergebnisse fliessen in die Regulierungspraxis ein, sind aber für Online-Krypto-Wetten nur indirekt relevant.
Was für ETH-Wetter bedeutsam ist: Die GESPA hat keine technischen Mittel, um Krypto-Transaktionen zu überwachen oder zu unterbinden. Eine Ethereum-Einzahlung bei einem Offshore-Wettanbieter läuft über die Blockchain, nicht über das Schweizer Bankensystem. Die Aufsichtsbehörden können DNS-Sperren veranlassen, aber sie können nicht verhindern, dass jemand ETH an eine Blockchain-Adresse sendet. Das ist ein fundamentaler Unterschied zu Fiat-Zahlungen, bei denen Banken als Kontrollinstanz fungieren.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Krypto-Wetten unsichtbar wären. Ethereum-Transaktionen sind pseudonym, nicht anonym. Jede Transaktion ist auf der Blockchain öffentlich einsehbar. Wer seine Wallet-Adresse mit einer identifizierbaren Krypto-Börse verknüpft hat — und das haben die meisten —, hinterlässt durchaus Spuren. In der Praxis verfolgen die Schweizer Behörden allerdings keine einzelnen Spieler. Der Fokus liegt auf den Anbietern, nicht auf den Nutzern.
Die GESPA veröffentlicht regelmässig Berichte über ihre Tätigkeit und die Entwicklung des Marktes. Diese Berichte sind öffentlich zugänglich und liefern einen guten Überblick darüber, welche Prioritäten die Aufsicht setzt. 2025 lag der Schwerpunkt auf dem Jugendschutz und der Bekämpfung von Wettbetrug, weniger auf der Verfolgung von Krypto-Transaktionen. Das kann sich ändern, wenn der Anteil der Krypto-Wetten deutlich wächst, aber aktuell ist es kein Schwerpunktthema der GESPA.
Für dich als Schweizer ETH-Wetter heisst das konkret: Die Behörden wissen, dass du existierst, aber du bist nicht das Ziel ihrer Massnahmen. Trotzdem empfehle ich, Transaktionen zu dokumentieren und Gewinne im Blick zu behalten — nicht aus Angst vor der GESPA, sondern wegen der Steuerbehörden, die ein separates Thema sind.
DNS-Sperren und der Zugang zu Offshore-Anbietern
Das erste Mal, als ich auf eine DNS-Sperre gestossen bin, dachte ich, die Website sei offline. Der Browser zeigte eine kryptische Fehlermeldung, keine Erklärung, kein Hinweis darauf, dass die Seite durch eine behördliche Massnahme blockiert wurde. Das ist gewollt — und gleichzeitig ein Problem, weil es Nutzenden keine Transparenz darüber gibt, warum eine Seite nicht erreichbar ist.
DNS-Sperren funktionieren so: Die Schweizer Internetanbieter werden angewiesen, die DNS-Auflösung für bestimmte Domains zu blockieren. Wenn du den Domainnamen eines gesperrten Anbieters eingibst, leitet dein Provider die Anfrage nicht weiter. Die Website selbst existiert weiterhin und ist aus anderen Ländern problemlos erreichbar. Die Sperrliste mit über 100 Domains wird von der GESPA und der ESBK gemeinsam gepflegt und halbjährlich aktualisiert.
Die technische Wirksamkeit der Sperren ist begrenzt. Ein alternativer DNS-Server, ein VPN oder der Tor-Browser umgehen die Sperre in Sekunden. Das ist kein Geheimwissen, sondern steht in jeder Technik-FAQ im Internet. Die Behörden wissen das, und das BGS stellt die Umgehung der Sperre durch den Nutzer auch nicht unter Strafe. Die DNS-Sperre ist eher eine Hürde als eine Mauer — sie signalisiert, dass der Anbieter in der Schweiz unerwünscht ist, aber sie verhindert den Zugang nicht effektiv.
Ein wichtiger Punkt zur VPN-Nutzung: Manche Wettanbieter verbieten in ihren AGB die Nutzung von VPNs. Wenn du einen VPN verwendest, um eine DNS-Sperre zu umgehen, und der Anbieter das erkennt, könnte er dein Konto sperren — nicht weil es illegal ist, sondern weil es gegen seine Geschäftsbedingungen verstösst. Einige Anbieter tolerieren VPN-Nutzung stillschweigend, andere ahnden sie konsequent. Das Risiko liegt hier nicht im rechtlichen Bereich, sondern im Verhältnis zwischen dir und dem Anbieter.
Für ETH-Wetter hat die DNS-Sperre eine praktische Konsequenz: Wenn ein Anbieter auf der Sperrliste steht, kann sein Betrieb in der Schweiz jederzeit weiter eingeschränkt werden. Zukünftige regulatorische Massnahmen könnten über DNS-Sperren hinausgehen, etwa durch Zahlungsblockaden in Zusammenarbeit mit Banken. Krypto-Zahlungen wären davon zwar weniger betroffen, aber es zeigt, dass der Staat den Regulierungsdruck schrittweise erhöht.
Ein Detail am Rande: Nicht alle ausländischen Wettanbieter stehen auf der Sperrliste. Viele Krypto-Plattformen operieren unter Domains, die den Schweizer Behörden nicht bekannt sind oder die zu häufig wechseln, um effektiv gesperrt zu werden. Das bedeutet nicht, dass diese Anbieter in der Schweiz legal sind — sie sind lediglich nicht gesperrt. Der rechtliche Status bleibt derselbe: nicht lizenziert und damit für den Anbieter illegal, für den Spieler nicht strafbar.
Die Diskussion um DNS-Sperren ist auch deshalb interessant, weil sie ein grundsätzliches Dilemma illustriert. Der Staat will seine Bürger vor unseriösen Anbietern schützen und sicherstellen, dass Steuereinnahmen aus dem Glücksspiel im Land bleiben. Gleichzeitig ist das Internet eine globale Infrastruktur, die sich nicht einfach an Landesgrenzen kappen lässt. Kryptowährungen verschärfen dieses Dilemma, weil sie Zahlungsströme schaffen, die ausserhalb des traditionellen Bankensystems laufen. Die DNS-Sperre ist ein Versuch, mit einer lokalen Lösung auf ein globales Phänomen zu reagieren, und entsprechend begrenzt ist ihre Wirkung.
Der Graumarkt: 40 Prozent der Schweizer Wetteinsätze ausserhalb der Regulierung
40 Prozent. Das ist die Zahl, die in jeder Diskussion über den Schweizer Glücksspielmarkt fällt, und sie stammt nicht von einem Branchenblog, sondern aus einer KPMG-Studie. Vier von zehn Franken, die in der Schweiz auf Sportereignisse gesetzt werden, fliessen an nicht-lizenzierte Anbieter. Das ist kein Randphänomen, sondern der Normalzustand.
Die Gründe dafür sind nachvollziehbar. Die beiden lizenzierten Schweizer Anbieter bieten ein begrenztes Wettangebot mit wenigen Sportarten, eingeschränkten Wettmärkten und Quoten, die unter dem internationalen Niveau liegen. Wer ernsthaft auf Sport wetten will — mit Live-Wetten, Asian Handicaps und konkurrenzfähigen Quoten —, findet das Angebot von Sporttip und Jouez Sport schlicht unzureichend. Krypto-Zahlungen gibt es dort ohnehin nicht.
Die wirtschaftliche Dimension ist beträchtlich. Wenn 40 Prozent des Marktes an nicht-lizenzierte Anbieter fliessen, entgehen dem Staat erhebliche Steuer- und Abgabeeinnahmen. Das lizenzierte Angebot finanziert über Abgaben den Schweizer Sport, die Kultur und die AHV. Jeder Franken, der bei einem Offshore-Anbieter landet, fehlt dort. Das ist das eigentliche Argument der Regulierungsbefürworter, und es ist nicht von der Hand zu weisen.
Der Graumarkt ist dabei keineswegs ein kriminelles Milieu. Die meisten Offshore-Anbieter, die Schweizer Kunden akzeptieren, sind in anderen Jurisdiktionen vollständig lizenziert und reguliert. Sie bieten Spielerschutz, verantwortungsvolles Spielen und transparente Geschäftsbedingungen. Ihr einziger „Fehler“ aus Schweizer Sicht: Sie haben keine Schweizer Lizenz, die es für sie auch gar nicht zu bekommen gibt.
Für ETH-Wetter ist der Graumarkt der Standardweg. Das muss man weder beschönigen noch dramatisieren. Du solltest dir bewusst sein, dass du bei einem nicht-lizenzierten ETH-Wettanbieter keinen Schweizer Rechtsschutz hast. Im Streitfall greift das Recht des Landes, in dem der Anbieter lizenziert ist — meistens Curacao, Malta oder Gibraltar. Das ist nicht ideal, aber es ist die Realität für rund 40 Prozent aller Schweizer Sportwettenden, nicht nur für die Krypto-Fraktion.
Die politische Debatte über den Graumarkt ist nicht abgeschlossen. Es gibt Stimmen im Parlament, die eine Öffnung des Marktes für ausländische Anbieter fordern, ähnlich wie es einige EU-Länder praktizieren. Andere wollen die Sperren verschärfen und Zahlungsblockaden einführen. Eine dritte Gruppe plädiert dafür, den lizenzierten Anbietern mehr Freiheiten zu geben — etwa bei der Einführung von Krypto-Zahlungen —, um den Graumarkt durch ein besseres legales Angebot zu schrumpfen. Bislang hat sich keine dieser Positionen durchgesetzt.
Was sich abzeichnet, ist ein pragmatischer Mittelweg. Die Behörden tolerieren de facto, dass ein erheblicher Teil der Sportwetten über Offshore-Anbieter läuft, weil die Alternative — eine lückenlose Sperrung — technisch nicht umsetzbar ist. Gleichzeitig erhöhen sie schrittweise den Druck, indem sie die Sperrliste erweitern und die Zusammenarbeit mit internationalen Regulierern ausbauen. Für ETH-Wetter ändert das kurzfristig wenig, aber es zeigt die Richtung: Mehr Regulierung, nicht weniger.
Kryptowährungen verleihen dem Graumarkt eine zusätzliche Dimension. Traditionelle Offshore-Wetten über Banküberweisung oder Kreditkarte hinterlassen Spuren im Bankensystem, die Regulatoren theoretisch verfolgen können. Ethereum-Zahlungen laufen komplett ausserhalb dieses Systems. Das macht sie aus regulatorischer Sicht schwieriger zu kontrollieren, aus Nutzersicht aber auch riskanter — weil im Streitfall mit dem Anbieter kein Kreditkartenunternehmen oder keine Bank als Mittler einspringen kann, um eine Rückbuchung zu veranlassen.
MiCA-Regulierung in der EU und Auswirkungen auf die Schweiz
Wenn du dich fragst, warum eine EU-Verordnung für die Schweiz relevant sein soll — die Schweiz ist nicht in der EU, richtig? — dann ist die Antwort einfacher, als du denkst. Die EU ist der grösste Handelspartner der Schweiz, und regulatorische Entwicklungen in der EU haben die Tendenz, früher oder später in die Schweizer Gesetzgebung einzusickern.
MiCA steht für Markets in Crypto-Assets Regulation und ist die erste umfassende Krypto-Regulierung der EU. Sie trat schrittweise ab Mitte 2024 in Kraft und betrifft alle Unternehmen, die Krypto-Dienstleistungen in der EU anbieten. Über 65 Prozent der Krypto-Unternehmen in der EU hatten bis zum ersten Quartal 2025 den MiCA-Compliance-Prozess abgeschlossen. Ein messbarer Effekt: Nach der Einführung von MiCA sank die Zahl der Krypto-Betrugsfälle in der EU um 60 Prozent.
Für Schweizer ETH-Wetter hat MiCA zwei relevante Auswirkungen. Erstens: Krypto-Wettanbieter, die in der EU operieren, müssen nun strengere Auflagen erfüllen. Das betrifft die Verwahrung von Kundengeldern, die Transparenz von Transaktionen und die Identifizierung von Nutzern. Anbieter mit EU-Lizenz werden dadurch sicherer, aber auch weniger anonym. Wer die Pseudonymität von Ethereum schätzt, findet bei MiCA-konformen Anbietern weniger Spielraum.
Zweitens: Die Schweiz beobachtet MiCA aufmerksam und passt ihre eigene Regulierung an. Die FINMA — die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht — hat bereits signalisiert, dass sie die Schweizer Krypto-Regulierung an MiCA-ähnliche Standards anpassen will, um die Kompatibilität mit dem EU-Markt zu gewährleisten. Das könnte langfristig bedeuten, dass auch Schweizer Krypto-Anbieter strengere KYC- und AML-Vorschriften einhalten müssen, was sich auf die Nutzung von ETH bei Sportwetten auswirken würde.
Was MiCA allerdings nicht tut: Sie reguliert das Glücksspiel selbst nicht. MiCA betrifft Krypto-Dienstleistungen, nicht Sportwetten. Ein Wettanbieter, der Ethereum akzeptiert, unterliegt in der EU sowohl der Glücksspielregulierung seines Lizenzlandes als auch MiCA für den Krypto-Anteil seiner Geschäftstätigkeit. Das ist ein doppelter Regulierungsrahmen, der die Compliance-Kosten für Anbieter erhöht und tendenziell zu weniger, aber seriöseren Krypto-Wettanbietern führt.
Ein konkretes Element von MiCA, das ETH-Wetter betrifft, ist die Travel Rule. Sie verpflichtet Krypto-Dienstleister, bei Transaktionen ab einem bestimmten Schwellenwert die Identität von Sender und Empfänger zu dokumentieren. Für Sportwetten-Einzahlungen bedeutet das: Wenn du von einer EU-regulierten Börse ETH an einen Wettanbieter sendest, könnte die Börse dich nach dem Zweck der Transaktion fragen. Das ist neu und ungewohnt, aber es ist Teil des regulatorischen Trends hin zu mehr Transparenz im Krypto-Bereich.
Meine Einschätzung: MiCA ist langfristig positiv für Schweizer ETH-Wetter. Mehr Regulierung bedeutet weniger Betrug, stabilere Anbieter und besseren Spielerschutz. Der Preis ist ein Stück weniger Anonymität und möglicherweise höhere Gebühren. Ob die Schweiz einen eigenen MiCA-ähnlichen Rahmen schaffen wird oder ob das BGS in seiner jetzigen Form bestehen bleibt, ist eine politische Frage, deren Antwort noch aussteht.
Wie sich die rechtliche Lage auf deine ETH-Wetten auswirkt
Kann ich in der Schweiz für die Nutzung von Offshore-Wettanbietern bestraft werden?
Nein. Das Geldspielgesetz richtet sich gegen die Anbieter, nicht gegen die Spieler. Die Teilnahme an nicht lizenzierten Geldspielen ist in der Schweiz für den Spieler nicht strafbar. Das gilt unabhängig davon, ob du mit Ethereum, Kreditkarte oder Banküberweisung bezahlst.
Welche Ethereum-Wettanbieter sind in der Schweiz gesperrt?
Die GESPA und die ESBK führen eine Sperrliste mit über 100 Domains ausländischer Glücksspielanbieter. Diese Liste wird regelmässig aktualisiert. Nicht alle ETH-Wettanbieter stehen darauf, da viele Krypto-Plattformen unter Domains operieren, die den Behörden nicht bekannt sind oder häufig wechseln.
Hat die EU-Regulierung MiCA Einfluss auf Schweizer Krypto-Wetten?
Indirekt ja. MiCA reguliert Krypto-Dienstleistungen in der EU und erhöht die Standards für Anbieter, die dort operieren. Die Schweiz ist zwar nicht EU-Mitglied, passt ihre Regulierung aber erfahrungsgemäss an EU-Standards an. Langfristig könnten strengere KYC- und AML-Vorschriften auch Schweizer Krypto-Wetter betreffen.
Erstellt von der Redaktion von „Ethereum Wetten“.
